24. Juni 2018 – Ringkuhkampf und Alpaufzug auf der Triftalp

Das Leben in den Bergen ist seit jeher mit besonderen Traditionen verbunden, die so im Flachland gar nicht bekannt sind. Geprägt von den besonderen klimatischen Bedingungen in den Alpenregionen haben sich ganz spezielle Traditionen entwickelt, die untrennbar mit der kleinbäuerlichen Landwirtschaft verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise der Alpaufzug und der Ringkuhkampf, beides besondere Highlights im Frühsommer, die in einem engen Zusammenhang stehen.

Der Alpaufzug

Nutztiere wie Ziegen und Kühe haben schon immer die kleine Landwirtschaft in den Alpen geprägt. In den kleinen Höfen werden sie als Einzeltire oder in kleinen Herden gehalten. Während in der kalten Jahreszeit die Tiere vom Heu des Vorjahres leben, geht es über den gesamten Sommer hinweg hinauf auf die Alpwiesen, die Almen, wo die Tiere aus vielen Ställen gemeinsam über Tag und Nacht den Sommer verbringen.

Der Alpaufzug ist die Zeremonie, zu der die Tiere in den Alpendörfern von den Bauern gemeinsam auf die Almwiesen getrieben werden. Dazu versammeln sich die Bauern mit ihren Tieren in ihren Dörfern und treiben dann alle Tiere gemeinsam auf die saftigen Wiesen. Ein Schauspiel, das für die einheimische Bevölkerung in jedem Jahr wieder zum Fest wird. Und die Gäste aus anderen Regionen staunen nicht schlecht, mit welcher Liebe die Tiere herausgeputzt werden um dann mit grosser Freude auf die höher liegenden Almwiesen geführt zu werden. Aus dieser lebenspraktischen Notwendigkeit ist über die Jahrhunderte eine echte Zeremonie geworden, die in allen Alpenregionen der Schweiz aber auch in Österreich und Deutschland feierlich begangen wird.

Untrennbar verbunden mit der Tradition des Aplaufzuges verbunden sind solche Insignien wie die Kuhglocken oder die typischen Klänge der Alphörner. Zum Alpaufzug gibt es in den Regionen unterschiedliche Gepflogenheiten, die oftmals auch sehr genau festlegen, welche Tiere und welche Bauern sich an welcher Stelle des Zuges bewegen. Zur gelebten Tradition gehört auch, dass sich alle beteiligten Bauern und Hirten in ihrer Sonntagskleidung oder in traditionellen Trachten zeigen. So entsteht ein bunter Zug von Tieren und Menschen, der zu den Frühsommer-Highlights auch im Wallis gehört.

Die Ringkuhkämpfe

Ringkuhkämpfe sind eine spezielle Walliser Tradition. Was hier so spektakulär klingt, hat seinen Ursprung eigentlich im natürlichen Verhalten der typischen Walliser Rinder. Die Eringer sind sehr robuste aber auch kampffreudige Rinder, die in neu zusammengestellten Gruppen aus eigenem Antrieb heraus um die Rangordnung zu kämpfen beginnen.

Das passiert auch immer dann, wenn im Rahmen des Alpaufzuges die neuen Herden zusammengestellt und auf die Almen getrieben werden. Aus dem natürlichen Trieb ist schnell eine Tradition geworden, die bis heute mit feierlichen Zeremonien verbunden wird.

Beim Ringkuhkampf suchen sich die Kühe selbst ihre Kontrahenten, mit denen sie dann jeweils den Hörnerkampf um die Rangordnung ausfechten. Dabei kommt es sehr selten zu Verletzungen der Tiere, da sich die unterlegenen Kühe schnell von der Kontrahentin abwenden. Dennoch ist der Ringkuhkampf ein grosses Spektakel, das Jahr für Jahr nicht nur die Einheimischen, sondern auch deren Gäste anzieht.

Gekürt zur „Königin der Königinnen“ wird am Ende die Kuh, die keinen Ringkuhkampf verloren hat. Sie wird dann auch über den gesamten Sommer hinweg die Herde auf der Alm anführen. Die Siegerin wird zudem natürlich mit speziellen Ehren bedacht, die sich auch im traditionellen Kopfschmuck zeigen.

Alpaufzug und Ringkuhkampf gehören somit zu den bekanntesten und zugleich schönsten Traditionen, die die Walliser Bauern in jedem Frühsommer pflegen. Mittlerweile sind daraus regelrechte Volksfeste geworden, die immer wieder zahlreiche Besucher von überall her in den Bann ziehen. Ein  spezielles Rahmenprogramm mit Segnung der Tiere, traditioneller Musik, kulinarischen Verwöhnungen und viel Brauchtum gehört mittlerweile fest dazu.

Nicht verpassen: Unsere Ringkuhkämpfe am 24. Juni auf der Triftalp: Lesen Sie hier mehr dazu!

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